Die Erkrankung eines Angehörigen hat meist Auswirkungen auf die gesamte Familie.
Die Angehörigen finden sich in einer völlig neuen Situation wieder und stehen vor Aufgaben, die sie bisher noch nie bewältigen mussten, z.B. Anpassung des Wohnraumes, Auswahl und Kauf von Hilfsmitteln, Unterstützung des/der Betroffenen in den verschiedenen Aktivitäten des täglichen Lebens.
Sie werden mit veränderten Verhaltensweisen des/der Betroffenen konfrontiert, die sie oft schwer einschätzen können.
Die Angehörigen stellen sich die Frage, wie sie ihr Familienmitglied unterstützen sollen und zu Therapiefortschritten beitragen können.
Die Angehörigenberatung findet im Grunde genommen fortlaufend während der Behandlung des Patienten statt. Die Vermittlung von Handlungsmöglichkeiten bei auftretenden Fragen und Problemen kann Angehörigen Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung geben. Unterstützende Hilfen und Gespräche können zur Entlastung und größerer Zuversicht führen.
Beratung Angehöriger von Menschen mit Demenz
Das Zustandsbild eines Menschen mit Demenz verändert sich ständig und häufig sehr schnell.
Mit dem Fortschreiten der Erkrankung verlagert sich die Beratung mehr und mehr hin zur Beratung und Schulung der Angehörigen. Anfangs sind es Missverständnisse oder Überforderungssituationen, welche die persönliche Beziehung zwischen Patient und Angehörigen belasten. Mit der oft rapiden Abnahme der kognitiven Fähigkeiten ist der Patient immer weniger in der Lage, über sich Auskunft zu geben oder Alltagshandlungen selbständig durchzuführen. Die Angehörigen und Betreuungspersonen müssen daher von Anfang an in die wechselnden Zielsetzungen und Therapieinhalte in den Behandlungen mit einbezogen werden. So ist es den Angehörigen möglich, mit dem Fortschreiten der Erkrankung leichter und besser Schritt zu halten.
Therapieziele bei der Angehörigenberatung:
- Wissen über die Funktions- und Fähigkeitsstörungen vermitteln
- Verständnis für diese Störungen aufbauen
- Übertragung von Therapieansätzen in den Alltag ermöglichen
- Unsicherheiten im Umgang mit dem Patienten vermindern
- Wissen um Möglichkeiten im Umgang mit dem Patienten vermitteln
- persönliche Beziehungen zwischen Patient und Angehörigen entlasten und erhalten
- Sozialkontakte von Patient und Angehörigen erhalten