Wir unterstützen sie auf dem Weg zu mehr Selbständigkeit

Geriatrie:
Abnahme der körperlichen, geistigen und psychosozialen Fähigkeiten, neurologische Erkrankungen, dementielle Erkrankungen wie Alzheimer, Depressionen, degenerative und rheumatische Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems

Neurologie:
Störungen/Krankheiten des zentralen Nervensystems wie Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma (z.B. nach Unfall), Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, amyotrophe Lateralsklerose (ALS), Querschnitts- und periphere Lähmungen, Polyneuropathien

Orthopädie, Traumatologie, Rheumatologie:
Verletzungen und/oder operative Versorgung von Knochen, Muskeln, Sehnen und Nerven, insbesondere der Hände, Morbus Sudeck (CRPS), Arthrose, Fibromyalgie, rheumatische Erkrankungen

Pädiatrie:
Störungen bzw. Verzögerungen der sensomotorisch-perzeptiven Entwicklung, der Wahrnehmungsfähigkeit und -verarbeitung, der Grob-, Fein- und Graphomotorik, der Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit, der Sozialentwicklung und Kommunikationsfähigkeit,

Psychiatrie, Psychosomatik:
Depressionen, neurotische oder psychosomatische Erkrankungen, Suchterkrankungen, dementielle Syndrome,…

 

Spezielle Therapieangebote

CranioSacrale Therapie

CranioSacrale Therapie ist eine sehr feine und sanfte, jedoch intensive und tiefgehende Körperarbeit. Sie beschäftigt sich mit dem Pulssystem der

Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeiten, des Liquors, sowie den dazugehörigen membranösen und knöchernen Strukturen.

Die Flüssigkeit fließt in einem System von Membranen, den Gehirn- und Rückenmarkshäuten, die sowohl den Schädel als auch die Wirbelsäule bis zum Kreuzbein durchgehend auskleiden. Dadurch entsteht eine wellenförmige Bewegung im Körper. Diese wird auch als cranioSacraler Rhythmus bezeichnet. Er ist wie der Atem und der Herzschlag für den Körper lebenswichtig und hat einen großen Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. Der cranioSacrale Rhythmus ist durch feines Erfühlen am ganzen Körper spürbar.

Blockaden im Körper, die den freien und rhythmischen Fluss des Liquors behindern, werden erkannt und durch gezielte Behandlungen an Schädelknochen, Membranen und Bindegewebe gelöst.

CranioSacrale Therapie dient sowohl dem kranken wie auch dem gesunden Menschen und wird u.a. eingesetzt:

  • bei Störungen des Zentralnervensystems, wie Multiple Sklerose, Apoplex, Morbus Parkinson, Alzheimer, CerebralParese,
  • bei Tinnitus
  • bei Kopf-, Nacken-, Schulter- und Rückenproblemen
  • bei Muskelverspannungen; bei Schmerzzuständen
  • bei Augen-, Ohr- und Kiefergelenksbeschwerden
  • zur Stressreduktion; zur Erhöhung der Belastbarkeit
  • Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen

Bei jeder Behandlung wird mit sehr viel Respekt und Aufmerksamkeit von der Therapeutin auf den Körper gehört, so dass die Grenzen des gesamten Systems – Körper, Geist und Seele – nicht überschritten werden.

Spezielle Therapieangebote

Klangmassage nach Peter Hess

„Der Ton der Klangschale bringt die Seele zum Schwingen, löst Spannungen, mobilisiert die Selbstheilungskräfte und setzt schöpferische Energien frei.“
Entwickelt von Peter Hess hat die Klangmassage seit 1984 einen anerkannten Platz als hochwirksame und hilfreiche Methode in den Heil- und Heilfachberufen sowie in Pädagogik, Therapie und Wellness gefunden.

Mögliche Anwendungsfelder im Therapiebereich

  • Durchblutungsstörungen
  • Gelenkbeschwerden
  • Wirbelsäulenprobleme
  • Schlaganfälle
  • Psychische Beschwerden (z.B. chronischer Stress, Burn-out Syndrom, Depressionen)

Die Klangmassage hilft durch

  • Erreichen tiefer Entspannung
  • Loslassen von Problemen, Stressabbau
  • Lösen von Verspannungen und Blockaden
  • Massage und Harmonisierung jeder einzelnen Körperzelle
  • Kann die Gesundheit fördern, Körperwahrnehmung verbessern und die Erkennung und Nutzung eigener Ressourcen unterstützen
  • Ermöglicht die positive Beeinflussung von Selbstbewusstsein, Kreativität und Schaffenskraft
  • Ganzheitliche Einwirkung auf Körper, Seele und Geist

Behandlung nach Affolter

Zusammenfassung

Das Affolter-Modell kommt bei Menschen zur Anwendung, die aufgrund von Schädigungen des zentralen Nervensystems (ZNS) unter Wahrnehmungsstörungen leiden. Im Zentrum steht das so genannte „therapeutische Führen“, bei dem der Körper des betroffenen in alltäglichen Bewegungen/Geschehnissen geführt wird.

Was ist das Affolter-Modell?

Das Affolter Modell ist ein neurophysiologisches Konzept und wird auch „St. Galler-Modell“ oder „Geführte Interaktion“ genannt. Es ist 1978 von der Psychologin und Therapeutin Dr. phil. Felicie Affolter entwickelt worden.

Dieses Modell wird bei Kindern und Erwachsenen angewendet, die aufgrund einer angeborenen oder erworbenen Schädigung des Zentralen Nervensystems unter Wahrnehmungsstörungen leiden. Dies führt dazu, dass die Betroffenen das Gefühl zu ihrem Körper und dessen Bezug zur Umwelt verlieren und bestimmte Handlungsabläufe nicht mehr ausführen können.

An dieser Stelle setzt das Affolter-Modell an. Der Körper des betroffenen wird in alltäglichen Bewegungen/Geschehnissen vom Therapeuten geführt, damit eine Beziehung zur Umwelt entsteht.

Therapieverlauf

Beim Affolter-Modell, das nur von speziell ausgebildeten Therapeuten angewendet werden darf, existiert kein einheitliches Trainingsprogramm. Dieses wird an den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen angepasst.

Bei den Techniken des Führens unterscheidet man das pflegerische, einfache bzw. elementare und das intermittierende Führen.

Der Therapieverlauf orientiert sich stark am Alltag der Betroffenen und findet daher –wenn möglich- zu Hause in der vertrauten Umgebung statt. Nur so ist es möglich, die für den Alltag relevanten Handlungen (z.B. Waschen, Anziehen, Bügeln, Blumen gießen, usw.) zu üben. Die Betroffenen sollen Interaktionserfahrungen machen und bei der Informationssuche unterstützt werden. Diese Suche umfasst sowohl Fragen nach dem „wo bin ich?/wo ist meine Umwelt?“ als auch Fragen zum Ablauf, also „was geschieht?“

Sobald ein Lernprozess im Verhalten der betroffenen erkennbar wird, reduziert der Therapeut die Führung und greift erst bei neu auftretenden Problemen wieder ein.

Eine entscheidende Rolle beim Affolter-Modell spielen die Angehörigen, da diese den gemeinsamen Alltag am intensivsten erleben. Die Familie wird infolgedessen geschult und in das Training einbezogen, um es aktiv mitgestalten zu können.

Ziele

Die Ziele des Affolter-Modells sind die Organisation und Reorganisation des Zentralen Nervensystems und die Verbesserung der Wahrnehmung und der Störungen im visuellen, akustischen, motorischen und kognitiven Bereich. Zudem soll das selbständige Handeln und Situationsinterpretation der Betroffenen gefördert werden.

Basale Stimulation nach Fröhlich

Kommunikation braucht keine Worte

Basale Stimulation ist ein pädagogisch/therapeutisches und pflegerisches Konzept. Es unterstützt durch ganzheitliche, körperbezogene Kommunikation schwer beeinträchtigte Menschen und fördert ihre wahrnehmungs-, Kommunikations- und Bewegungsfähigkeiten.

Dabei setzt Basale Stimulation auf einfache Mittel wie z.B. auditive Angebote, vibratorische Anregungen und bewusste Berührungen. Ziel ist es, den eigenen Körper wahrzunehmen. Denn dies ist Voraussetzung, um einen Zugang zu Mitmenschen und der Umwelt aufbauen zu können. Nonverbale, basale Kommunikation ermöglicht Austausch zwischen Menschen – über die Grenzen von Behinderungen und Beeinträchtigungen hinweg.

Ursprünglich wurde das Konzept von Prof. Dr. Andreas Fröhlich für die Sonderpädagogik entwickelt und dort erfolgreich eingesetzt. Prof. Christel Bienstein erkannte sein Potenzial für die patientenorientierte Pflege und übertrug es in Zusammenarbeit mit Andreas Fröhlich auf diesen Bereich.

Basale Stimulation versteht sich heute als

  • Angebot körperbezogenen, ganzheitlichen Lernens
  • umfassende Entwicklungsanregung in sehr frühen Lebensphasen
  • Orientierung in unklaren Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Bewegungssituationen
  • Stressreduzierung für Menschen mit belastenden Grenzsituationen
  • Psychotherapeutisch orientierte Begleitung in schwierigen wahrnehmungs- und Kommunikationsphasen

Elemente der Basalen Stimulation können auch in anderen Situationen für Menschen ohne wesentliche Beeinträchtigungen anregend, entspannend oder bereichernd sein. In diesen Fällen sollte man von „basal orientierter Anregung“ oder „basal orientiertem Arbeiten“ sprechen.

 

Spezielle Therapieangebote

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Bobath

Bobath-Konzept

Das Bobath-Konzept entstand in den vierziger Jahren in London durch Dr. h.c. Berta Bobath (Physiotherapeutin) und Dr. Karel Bobath (Neurologe und Psychiater). Als ein neurologisches Verfahren bildet es eine wesentliche Grundlage der ergotherapeutischen Behandlung bei Patienten mit zerebral bedingten Bewegungs- und Haltungsfunktionseinschränkungen. Das Konzept entwickelte sich empirisch und umfasst die Behandlung von Kindern und Erwachsenen in jeweils eigenständigen Bereichen.

Die Entstehung und Wirkungsweise des Bobath-Konzeptes beruht auf zwei Prinzipien, nämlich der neurophysiologischen Grundlage, die naturwissenschaftlich begründet ist, sowie der ganzheitlichen Sichtweise, die der Geisteswissenschaft zugeordnet werden kann.

Bobath-Konzept bei Kindern

Die neurophysiologische Arbeitshypothese von Bobath besteht in der Annahme, dass die Beeinträchtigung von Kindern mit zerebraler Bewegungsstörung vor allem durch die gestörte Haltungskontrolle gegenüber der Schwerkraft verursacht ist. Die ganzheitliche Sichtweise betont das Kind in seiner Gesamtpersönlichkeit und nicht als Objekt mit isolierten Funktionsausfällen und Defiziten. Dabei wird der Motorik eine zentrale Bedeutung in der Gesamtentwicklung des Kindes beigemessen. Bewegung erfordert keine isoliert reagierenden Muskeln oder Muskelgruppen, sondern eine Koordinationsleistung des Gehirns. Motorisches Lernen kann nur im täglichen Handeln des Kindes erfolgreich sein.

Die kindliche Entwicklung wird durch eine ständige Anpassung von Sensomotorik gefördert. Neugierde, variierende Wiederholungen und Ausprobieren sind dabei die Voraussetzungen für flexible Handlungsstrategien. Der Alltag wird erobert, entdeckt und bewältigt, das Kind lernt Ursache und Wirkung zu erkennen sowie Zusammenhänge herzustellen.

Bobath-Konzept bei Erwachsenen

Die Behandlung Erwachsener umfasst die Anbahnung und das Wiedererlernen von Bewegungen und Funktionen mit dem Ziel, wieder eine größtmögliche Selbständigkeit bei der Erfüllung der täglichen Anforderungen und der Integration in die gewöhnliche Umgebung bzw. den Beruf zu erreichen. Ergotherapeuten transferieren dieses Behandlungs-Konzept in den Alltag des Patienten. Sie nutzen gezielte Aktivitäten, um Ziele, wie z.B. die Bewegungskontrolle beim Anziehen, anzubahnen.

Dem Akutstadium kommt eine große Bedeutung zu. Es sollte so früh wie möglich mit der ergotherapeutischen Behandlung begonnen werden. Alle beteiligten müssen ganzheitlich und alltagsnah zusammenarbeiten.

Spezielle Therapieangebote

Sturzprophylaxe-Kurse

Kursbeginn Anfang Januar

Bei Senioren über 65 Jahren geht etwa die Hälfte aller Kranken­hauseinweisungen auf das Konto von (vermeidbaren) Stürzen.

StuBS bietet ein vorbeugendes Bewegungsprogramm. Es stabi­lisiert das Gleichgewicht, steigert nachhaltig das Re­akti­ons- und Erinnerungsvermögen, stärkt Orientierungsfähigkeit und Selbstvertrauen.

Kursleitung: Beatrix Wulf-Masslich, Ergotherapeutin, Bewegungstherapeutin für Senioren, Sturzpräventionstrainerin

Kosten: Die Kursgebühr mit 10 Terminen beträgt 110,00 €.

Bei regel­­mäßiger Teilnahme werden ca. 80% von den Krankenkassen erstattet (anerkannt als Primärpräventionskurs §20 Abs.1 SGBV).

Info und Anmeldung:
Uferstraße 20
48167 Münster
Telefon 02506 4450001
Mobil 0176 24774758
info@ergotherapie-wulf-masslich.de

 

Ausführliche Information über unsere Sturzprophylaxe

F.O.T.T. – Fazio Orale Trakt Therapie

Die „Facial Oral Tract Therapy“ wurde von der englischen Sprachtherapeutin Kay Coombes in Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Bobath entwickelt. Es hat seine Wurzeln in der Behandlung von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen.

FOTT verfolgt folgende Ziele:

  • den Betroffenen zu möglichst normaler physiologischer Haltung, Bewegung und Funktionen im Rahmen sinnvoller alltäglicher Handlungsabläufen zu verhelfen
  • die Kommunikationsfähigkeit und die Partizipation am täglichen Leben und somit die Integration in die Gesellschaft so weit wie möglich wieder zu ermöglichen

Das Konzept der F.O.T.T. gliedert sich in vier Bereiche:

  • Nahrungsaufnahme
  • Mundhygiene
  • Nonverbale Kommunikation
  • Atmung – Stimme – Sprechen

F.O.T.T. legt großen Wert auf die Schaffung einer optimalen Haltung zur Erleichterung von Funktionen wie Schlucken und Sprechen.

Die Therapeuten nutzen in der Behandlung sinnvolle, individuell und therapeutisch zu variierende, alltägliche Aktivitäten anstelle von standardisierten Übungen. Bewegungs- und Handlungsabläufe werden fazilitiert und wo es notwendig erscheint, wird auf Körperstrukturebene gearbeitet, um die Bewegungsvorgänge wieder zu bahnen, um Einschränkungen in der Mobilität des Nervensystems, Kontrakturen, Fazienblockierungen des jeweiligen Zielgewebes zu minimieren.

StuBS – Sturzprophylaxe

Sturzprophylaxe mit Bewegung und Spaß ( StuBS) nach Friederike Ziganek-Soehlke

Die Lebensjahre nehmen zu, mit ihnen der allgemeine Bewegungsmangel.

Sturzprophylaxe wird immer dringlicher. Stürze sind häufig Folge mangelnder Bewegungsfähigkeit. Je länger wir leben, umso höher wird das Sturzrisiko. Selbst ohne gestürzt zu sein entwickelt sich bei manchen die Furcht vor dem Hinfallen. Bereits diese wirkt beeinträchtigend. Ein echter Sturz endet meist mit dramatischen Konsequenzen. Es brechen nicht nur die Knochen, sondern auch das Selbstvertrauen. Angst, Bewegungsrestriktionen und Mobilitätseinschränkungen bzw. -hemmungen sind die Folgen. Mehr als 50% der Krankenhauseinweisungen über 60 Jähriger sind sturzbedingt.

Die nachhaltigste und beste Methode, das Sturzrisiko zu senken ist Bewegungsschulung (für alle) unter fachgerechter Anleitung und zwar bis zum Lebensende. Die professionelle Anleitung garantiert eher ein variantenreiches und durchdachtes Training.

Inhalte der Sturzprophylaxe sind:

  • Schulung der Gleichgewichtsfähigkeiten
  • Angstabbau und Vertrauensaufbau
  • Förderung von Motorik, Sensomotorik, Kraft, Ausdauer und Wahrnehmungsfähigkeiten
  • Wiederherstellung und Besserung gestörter Beweglichkeit, spezifischer Muskelfunktionen, der Koordination, Grob- und Feinmotorik
  • Regulierung des Muskeltonus und der Durchblutung
  • Vermeidung von Kontrakturen
  • Übungen zur Erhaltung der psychosozialen und kognitiven Kompetenzen
  • Kommunikationsförderung und soziale Teilhabe
  • GRIBS – Gedächtnistraing durch Bewegungsschulung

Obgleich sich Stürze nicht immer verhindern lassen kann man dieser Bedrohung Schrecken nehmen. Bewegungssicherheit, Geschicklichkeit und Gewandtheit, Vertrauensaufbau, Orientierung, Bewegungen in Richtung Boden (Bodennähe) und wieder sich erheben (Kraft), inklusiv Stärkung des Selbstbewusstseins, lassen einen Sturz glimpflicher verlaufen.

Je trainierter/fitter ein Mensch ist, umso schneller hat er sich nach einem Sturz wieder erholt.

 

Aktuelle Kurse

GriBS – Gedächtnistraining mit Bewegung und Spaß

Gedächtnistraining mit Bewegung und Spaß (GriBS) nach Friederike Ziganek-Soehlke

Konzentrations- und Kognitionsschulung mit  Koordinations- und Bewegungsschulung.
Inhalte sind Bewegungsspiele und Einzelübungen zur Verbesserung von Konzentration, Bewusstsein, Erinnerungsfähigkeit, Kommunikation, Koordination, Reaktion, Orientierung und Wahrnehmung.

Eine höhere Konzentrationsfähigkeit, ein stärkeres Selbstwirksamkeitsgefühl und die bewusstere Bewegungsführung als Folge von GriBS-Training lassen eine Senkung des Sturzrisikos erkennen.

Hirnleistungstraining

Das ergotherapeutische Hirnleistungstraining kommt bei der Behandlung von kognitiven und neuropsychologischen Krankheitsbildern und daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen zum Einsatz. Oftmals haben Menschen nach schweren Krankheiten oder Therapiemaßnahmen, wie dem Schlaganfall und dem Schädel-Hirn-Trauma oder der Chemo- und Bestrahlungstherapie, mit u.a. Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen zu kämpfen.

Ihnen kann ein gezieltes Training helfen, bei dem die Wiederherstellung und Optimierung der kognitiven sowie intellektuellen Funktionen angestrebt wird. Dabei werden folgende Fähigkeiten ganz besonders trainiert:

  • Aufmerksamkeit
  • Konzentration
  • Ausdauer
  • Merkfähigkeit und Gedächtnis
  • Reaktionsfähigkeit
  • Wahrnehmung
  • Orientierungssinn
  • Handlungskompetenz und Problemlösestrategien
  • Lernfähigkeit.

In der Regel wird das Hirnleistungstraining speziell auf einen Patienten abgestimmt. Diesem stehen während des Trainings viele verschiedene Methoden zur Verfügung. Zum einen werden sowohl computerbasierte Übungen, als auch Arbeitsblätter und Therapiematerialien eingesetzt. Zum anderen werden sehr häufig Alltagssituationen nachgestellt, mit Hilfe derer der Patient lernt, seinen Alltag wieder (weitestgehend) selbständig zu bewältigen.

Selbsthilfetraining

Das Selbsthilfetraining beinhaltet das Training von Alltagsaktivitäten im Hinblick auf die persönliche, häusliche und berufliche Selbständigkeit. Ein wichtiges ergotherapeutisches Tätigkeitsfeld ist deshalb die Beratung des Betroffenen, seines Umfeldes und das behutsame Erweitern der Tätigkeitsfelder im Alltag. Dabei kann für eine Person der selbständige Toilettengang im Vordergrund stehen, während für andere das Autofahren oder Fahrradfahren von herausragender Bedeutung ist. Vielleicht sind es aber auch scheinbare Kleinigkeiten wie das Essen mit Messer und Gabel oder das unabhängige einkaufen.

Sensorische Integrationstherapie nach Jean Ayres

Sensorische Integration (SI) bedeutet Wahrnehmungsverarbeitung. Aufgenommene Reize aus den Sinnessystemen werden im Nervensystem verarbeitet, um situationsgerecht handeln zu können. Sensorische Integration ist ein lebenslanger, sich an immer neue innere und äußere Anforderungen anpassender Wachstumsprozess im Nervensystem. Ist der Prozess der Informationsverarbeitung im Nervensystem gestört, werden Lernen und Handeln schwierig. Kinder verlieren durch ständige Misserfolge ihren Mut und ihre Entdeckungslust. Als Folge können sie oftmals nicht alleine spielen und zeigen depressives oder auch aggressives Verhalten.

Die sensorische Integrationstherapie hat vor allem das Ziel, Wahrnehmungs-störungen bei Kindern zu behandeln. Durch Anregung der Basissinne soll die richtige Verarbeitung der wahrgenommenen Reize verbessert und gefördert werden. Im Rahmen der SI-Therapie setzt man daher an dieser Stelle konkret an und versucht die gestörte Wahrnehmung eines Kindes durch eine spielerische Therapie zu behandeln.

Das Kind wird gezielten sensorischen Reizen ausgesetzt und lernt durch die Therapie, diese richtig zu verarbeiten.

Frostig Konzept

Marianne Frostig gilt als eine Pionierin auf dem Gebiet der Diagnostik, Pädagogik und Therapie von Kindern mit Lernstörungen.

Das Frostig – Konzept als neuropsychologisches Behandlungsverfahren entwickelt, dient der Behandlung von Kindern mit Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen. Mit dem weltweit bekannten und erprobten Frostig-Programm zur frühzeitigen und systematischen Förderung der visuellen Wahrnehmungsfunktionen wird die allgemeine Wahrnehmung verbessert und die Gefahr des schulischen Versagens vermindert.

Grundlage dieses Programmes stellte der Frostig-Test der visuellen Wahrnehmung (FEW) dar, heute aktualisiert und neu aufgelegt als DTVP2 (Developmental Test of Visual Perception). Beide umfassen mit verschiedenen Untertests Grundfunktionen der visuellen Wahrnehmung, wie Auge-Hand-Koordination, Figur-Grund-Unterscheidung, Formkonstanz, Identifikation und Reproduktion von Gestalten.

Des Weiteren entwickelte Marianne Frostig den Frostig-Test der motorischen Entwicklung (FTM), der eine diagnostische Testbatterie zur Beurteilung der sensomotorischen Entwicklung von Kindern für die Bewegungsmerkmale Koordination, Beweglichkeit, Gelenkigkeit, Kraft und Gleichgewicht enthält. Zudem kann ein entsprechendes Trainingsprogramm zusammengestellt werden.

Das Frostig – Konzept verbindet somit durch seinen ganzheitlichen Ansatz die kindliche Entwicklungsförderung und die Behandlung von Lern- und Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen.

Aufmerksamkeits- und Konzentrationstraining

Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen zählen zu den typischen Erscheinungen unserer schnelllebigen, reizüberfluteten Gesellschaft. Immer mehr Menschen fällt es schwer, ihre Aufmerksamkeit über einen gewissen Zeitraum auf eine bestimmt Sache auszurichten. Konzentrationsprobleme bei Kindern sind ein besonderes Problem, weil der Lernzuwachs in diesem Alter am größten ist. Konzentrationsschwierigkeiten und mangelnde Aufmerksamkeit können bei Kindern dann in der Schule oder bei Hausaufgaben zu schlechteren Leistungen führen. Auch im Zusammenhang mit ADHS/ADS fällt es Kindern schwer, bei der Sache zu bleiben, sich nicht ablenken zu lassen und Dinge klar zu strukturieren.

Bei dem Konzentrations- und Aufmerksamkeitstraining geht es darum, den Kindern/ dem Patienten dabei zu helfen sich besser zu strukturieren und zu kontrollieren und eine systematische Herangehensweise an komplexe Aufgaben, Ausdauer und einen konstruktiven Umgang mit Misserfolgen zu vermitteln.

Ziele sind:

  • Förderung der Konzentrationsfähigkeit
  • Bewusstsein für eigene Leistungen zu stärken
  • Vermittlung von Kontrollstrategien
  • Motivationsförderung

Programme:

Marburger Konzentrationstraining MKT von Krowatschek

Training mit aufmerksamkeitsgestörten Kindern von Lauth und Schlottke

Fein- und graphomotorisches Training

Unter Graphomotorik versteht man die fließenden, rhythmischen Bewegungen, die wir alle tagtäglich ausführen, wenn wir mit der Hand schreiben. Was den meisten von uns schon früh in Fleisch und Blut übergegangen und so selbstverständlich geworden ist, erweist sich bei genauerem Hinschauen als überaus komplexer Prozess, der nicht nur auf körperliche und kognitive Voraussetzungen angewiesen ist und auf unterschiedliche Ressourcen zurückgreift, sondern dadurch auch auf verschiedene Weise störungsanfällig wird.

In einer Gesellschaft, in der Lesen und Schreiben nach wie vor zu den wichtigsten Kulturtechniken überhaupt zählen und vielfach die Teilnahme an kulturellen Praktiken erst ermöglichen, helfen wir Kindern, die Probleme beim Schreiben haben und erwachsenen Patienten, die das Schreiben z.B. nach einer schweren Erkrankung neu lernen müssen.

Wir korrigieren dabei nicht nur die Stifthaltung oder unterstützen die Patienten bei der Entwicklung eines leserlichen Schriftbildes, sondern trainieren auch die für das Schreiben wichtigen Grundkompetenzen. Denn Schreiben setzt

  • eine altersentsprechende Handmotorik
  • eine angemessene visuelle Wahrnehmung
  • die Koordination von Auge und Hand
  • das Erkennen und Wiedererkennen von Formen
  • eine angemessene Körperspannung
  • die Dosierung der eigenen Kraft
  • eine ausreichende Schulter-Ellenbogengelenkbeweglichkeit
  • eine gute taktile und kinästhetische Wahrnehmung

und viele andere Fähigkeiten voraus, die uns im Alltag in aller Regel nicht bewusst sind.

Handwerkliche und kreative Techniken

Handwerk als Behandlungstechnik

Die Ergotherapie arbeitet gezielt mit Handwerkstechniken. Durch den hohen Aufforderungscharakter und Erfolgserlebnisse können Motivation, Eigeninitiative und Selbstwertgefühl gesteigert werden.

Zugleich beinhalten Handwerkstechniken in der Planung und Durchführung eines Werkstückes auch Anforderungen an kognitive Fähigkeiten.

Die jeweilige Technik (Vorgehensweise, Materialien, Werkzeuge) ist auf den Patienten, sein Krankheitsbild und seine aktuellen Fähigkeiten abgestimmt, sodass er die Arbeitsschritte weitestgehend selbständig durchführen kann. Jedes Verfahren verfolgt exakte Therapieziele.

Ziele:

Verbesserung:

  • der Konzentration
  • der Ausdauer
  • der Merkfähigkeit
  • des logischen Denkens
  • der Handlungsplanung
  • der Fein- und Grobmotorik
  • der Kraft
  • verschiedener Wahrnehmungsleistungen

Mögliche Techniken:

  • Flechten mit Peddigrohr
  • Modellierarbeiten
  • Handarbeiten
  • Holzarbeiten
  • Arbeiten mit Pappe und Papier
  • Filzen, etc

Hilfsmittelanpassung und -training

Hilfsmittel sind Gegenstände, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg einer Behandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen. Hilfsmittel im Bereich der Ergotherapie sind z.B. Rollstühle, Gehhilfen, Schienen, spezielles Essgeschirr, usw. Diese Hilfsmittel müssen speziell für den Patienten ausgesucht, angepasst und der Umgang mit dem Hilfsmittel ggf. trainiert werden.

Angehörigenberatung und -schulung

Die Erkrankung eines Angehörigen hat meist Auswirkungen auf die gesamte Familie.

Die Angehörigen finden sich in einer völlig neuen Situation wieder und stehen vor Aufgaben, die sie bisher noch nie bewältigen mussten, z.B. Anpassung des Wohnraumes, Auswahl und Kauf von Hilfsmitteln, Unterstützung des/der Betroffenen in den verschiedenen Aktivitäten des täglichen Lebens.

Sie werden mit veränderten Verhaltensweisen des/der Betroffenen konfrontiert, die sie oft schwer einschätzen können.

Die Angehörigen stellen sich die Frage, wie sie ihr Familienmitglied unterstützen sollen und zu Therapiefortschritten beitragen können.

Die Angehörigenberatung findet im Grunde genommen fortlaufend während der Behandlung des Patienten statt. Die Vermittlung von Handlungsmöglichkeiten bei auftretenden Fragen und Problemen kann Angehörigen Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung geben. Unterstützende Hilfen und Gespräche können zur Entlastung und größerer Zuversicht führen.

 

Beratung bei an Demenz erkrankten Angehörigen

Das Zustandsbild eines Patienten mit Demenzsyndrom verändert sich ständig und häufig sehr schnell.

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung verlagert sich die Beratung mehr und mehr hin zur Beratung und Schulung der Angehörigen. Anfangs sind es Missverständnisse oder Überforderungssituationen, welche die persönliche Beziehung zwischen Patient und Angehörigen belasten. Mit der oft rapiden Abnahme der kognitiven Fähigkeiten ist der Patient immer weniger in der Lage, über sich Auskunft zu geben oder Alltagshandlungen selbständig durchzuführen. Die Angehörigen und Betreuungspersonen müssen daher von Anfang an in die wechselnden Zielsetzungen und Therapieinhalte in den Behandlungen mit einbezogen werden. So ist es den Angehörigen möglich, mit dem Fortschreiten der Erkrankung leichter und besser Schritt zu halten.

 

Therapieziele bei der Angehörigenberatung:

  • Wissen über die Funktions- und Fähigkeitsstörungen vermitteln
  • Verständnis für diese Störungen aufbauen
  • Übertragung von Therapieansätzen in den Alltag ermöglichen
  • Unsicherheiten im Umgang mit dem Patienten vermindern
  • Wissen um Möglichkeiten im Umgang mit dem Patienten vermitteln
  • persönliche Beziehungen zwischen Patient und Angehörigen entlasten und erhalten
  • Sozialkontakte von Patient und Angehörigen erhalten